Nature systems


Modernes Produktdesign braucht ein „brutales“ Restyling

 

Mitte des 20. Jahrhunderts verkündete die architektonische Bewegung des Brutalismus ihren Widerwillen das ursprüngliche Material eines Gebäudes, wie rohen Beton (oder beton brut – in Le Corbusier’s französischen Worten, die der Bewegung später ihren Namen geben sollten), Ziegel, Glas, Stahl, etc., in irgendeiner Weise zu verdecken. Das verwendete Material, sowie die Funktionen des Gebäudes sollten klar erkennbar sein. Für seine „kalte“ Erscheinung kritisiert, belastet durch Witterungsverfall und Graffitis, und schlecht repräsentiert durch den Erfolg in der Architektur Europas kommunistischer Länder, wurde der Brutalismus vernachlässigt.
Dennoch sollten wir uns seine zutiefst ehrliche und authentische Haltung gegenüber Materialien und Funktionsweisen, bewahren. Modernes Produktdesign macht exzessiven Gebrauch von Furnier, laminierten Oberflächen, glänzenden Beschichtungen und Lackierungen; Methoden, die oft eingesetzt werden, um synthetische Materialen, billige Qualität oder beides zu verbergen.
Mit der kompromisslosen Anwendung des Brutalismus stellen wir uns gegen diese mala fides Haltung im Produktdesign. Stattdessen schätzen wir ehrliches Design und machen uns die skulpturalen Eigenschaften natürlichen, rohen Materials zu eigen.

We are the much necessitated „brutal“ restyling!

 

Voraussetzung für unser Design ist seine reduzierte Form und seine optimale Funktionalität.

Das unbearbeitete Material – hauptsächlich massives Holz (aber auch Stahl und Glas) – ist naturbelassen und schlicht, es ist außergewöhnlich und einzigartig in seiner physikalisch rohen Form. Die offenkundig raue Natur des Objektes spiegelt zunächst sein pflanzliches Wachstum wieder, offenbart die Lebensabschnitte eines Baumes im Wald: Jeder Ast an dem ein Zweig wuchs, die Verfärbungen durch Mineralien oder zu wenig Wasser, die Risse, verursacht durch Wind und kaltes Wetter. Doch die Produkte sind nicht nur Sammlung ihres pflanzlichen Wachstums, sondern auch ihres handwerklichen Ablaufs. Sie zeigen oft die Spuren der Handwerker und deren Werkzeuge. Die Schnitte der Kettensäge des Holzarbeiters und die Striche der Bürste des Schleifers sind leicht zu sehen, seltener der Fingerabdruck, der beim Ölen zurückbleibt. Auf diesem Weg eröffnet sich auch ein Dialog zwischen den Handwerkern und dem Besitzer des Objektes, vom Holzfäller, bis hin zum letzten Arbeiter, dessen Hände und Werkzeuge einen unverkennbaren Abdruck hinterlassen.

 

Archetypen sind eine Quelle der Inspiration.

Unsere Objekte sind für einen bestimmten Nutzen gemacht, überraschen aber durch ihre archaischen Anlehnungen. Kleiderständer erinnern uns an Totems, an Obelisken oder Kreuze, Tische an Altäre. Dieses zeitlose Design wird aus dem rohen Holz produziert. Im Gegensatz zur verschwenderischen Industrie, die Materialien mit „Fehlern“ (wie Äste, Risse, Verfärbungen) aussortiert, sehen wir das von der Zeit gezeichnete Holz, als unverwechselbaren Rohstoff an. Die Oberflächen sind überwiegend pflanzlich behandelt, chemische Lackierungen und Kosmetik, wie Farbe wird vermieden. Wir verkohlen, beizen und ölen. Die Verwendung sogenannter „Defekte“ im Material führt zu einem deutlich verantwortungsvolleren, nachhaltigeren und materialeffizienteren Ergebnis.

Brute material is style.